FAQ Anwaltskosten

Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen

„Der Rechtsanwalt ist hochverehrlich,/ obwohl die Kosten oft beschwerlich.“

Wilhelm Busch (1832-1908), dt. Schriftsteller, Maler u. Zeichner

Warum kostet ein Anwalt (manchmal soviel) Geld?

Weil er davon nicht nur seinen Lebensunterhalt, sondern vor allem auch die Kanzleiräume, das Personal mit den Lohnnebenkosten, Literatur und regelmäßige Fortbildung, seine Haftpflicht und sonstige Versicherungen, die technische Ausstattung, Wartungs- und Verbrauchskosten bezahlen muss. Vor allem aber: Als Mandant/in können mit Recht erwarten, dass der Anwalt nicht nur eine umfassende Ausbildung erfolgreich absolviert hat, sondern sich Ihrem Problem intensiv und mit der notwendigen Zeit widmet. Professionelle Arbeit hat immer ihren Preis. Die Höhe ergibt sich für deutsche Rechtsanwälte aus dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).  Selbsternannte Berater finden Sie an jeder Ecke. Alle wollen nur Ihr Bestes. Aber wer ist unabhängig, vertritt nur Ihre Interessen und steht für das Ergebnis im Schadensfalle auch ein? Alles hat seinen Preis, vor allem die kostenlosen Angebote.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann auch eine Gebührenvereinbarung geschlossen werden?

Ja. Gebührenvereinbarungen sind sinnvoll, z. B. wenn der Gegenstandswert nicht bestimmt werden kann oder zu unangemessenen Gebühren führen würde, müssen aber vor der anwaltlichen Tätigkeit schriftlich geschlossen werden. Nach § 49b Bundesrechtsanwaltsordnung und § 21 der Berufsordnung ist es nicht zulässig, geringere Gebühren und Auslagen zu vereinbaren oder zu fordern, als das RVG vorsieht. Im Einzelfall darf der Rechtsanwalt allerdings besondere Umstände in der Person des Auftraggebers (z.B. geringes Einkommen) durch Ermäßigung oder Erlass von Gebühren oder Auslagen nach Erledigung des Auftrags berücksichtigen.

Ist ein Erfolgshonorar möglich?

Nur im absoluten Ausnahmefall, ansonsten wäre die Vereinbarung schlicht nichtig und es gelten die gesetzlichen Gebühren. Voraussetzung ist, dass „der Auftraggeber aufgrund seiner wirtschaftlichen Verhältnisse bei verständiger Betrachtung ohne die Vereinbarung eines Erfolgshonorars von der Rechtsverfolgung abgehalten würde“. (§§ 49b BRAO, § 4a RVG).

Wonach richten sich die gesetzlichen Gebühren?

Die Gebühren richten sich zunächst nach Art und Umfang der anwaltlichen Tätigkeit und schließlich der Instanz des angerufenen Gerichts. Hieraus ergibt sich ein Gebührenwert, der als Gebührensatz (Faktor) angegeben wird. Die konkrete Gebührenhöhe ergibt sich dann nach dem Gegenstandswert.

Ausnahmen bilden straf-, verwaltungs- und sozialrechtliche Angelegenheiten, bei denen Rahmengebühren bestimmt sind. Die Kosten liegen dann im Regelfall bei der Mittelgebühr, ansonsten je nach Aufwand und Schwierigkeitsgrad innerhalb der Spanne, die das Gesetz für die jeweilige Tätigkeit vorschreibt.

Woraus ergibt sich der Gegenstandswert?

Die Bestimmung des Gegenstandswerts bzw. Streitwerts ist in zahlreichen Vorschriften geregelt (§§ 22 – 33 RVG). Im Zivil- oder Arbeitsgerichtsrprozessen gelten die Vorschriften des Prozessrechts.
Der Anwalt rechnet also auf derselben Basis ab wie das Gericht.

Faustregel: Gegenstandswert ist der Wert, um den letztlich gestritten wird, nicht das Ergebnis.

Beispiele:

  •  Beim Streit in Höhe von 10.000 €, ist und bleibt das der Gegenstandswert, auch wenn man sich auf 5.000 € einigt.
  • Bei der Herausgabe einer Sache ergibt sich der Streitwert aus dem Wert dieser Sache.
  • Bei einer Unterhaltsklage bestimmt sich der Streitwert in der Regel nach dem für die ersten zwölf Monate nach Einreichung der Klage geforderten Betrag.
  • Bei einer Kündigungsschutzklage ergibt sich Streitwert aus dem im letzten Vierteljahr erzielten Entgelt.
  • Bei einer mietrechtlichen Räumungsklage beträgt der Streitwert in der Regel eine Jahresmiete.
Der Streitwert kann sich im Verlauf der anwaltlichen Tätigkeit jedoch auch ändern, z.B. wenn die Gegenseite auf eine Forderung mit einer Kündigung reagiert oder selbst Forderungen erhebt.
Schwierig wird es, wenn der Streitgegenstand nicht materieller Art ist (Persönlichkeitsrechte z.B.). Das hängt dann sehr vom Einzelfall und der Rechtsprechung dazu ab.





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